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Gerechnet für einen 20-kg-Hund.

Trockenfutter oder Nassfutter: Was kostet was, was steckt drin?

Trockenfutter oder Nassfutter für deinen Hund? Wasser, Energie, Kosten am Tag und Fleischanteil im Vergleich, mit Zahlen aus unserem Bestand.

Von . Erschienen am . 4 Quellen, am Ende verlinkt.

Über Trocken- und Nassfutter wird gern gestritten, als ginge es um eine Weltanschauung. Dabei lassen sich die wichtigsten Unterschiede messen: wie viel Wasser drin ist, wie viel Energie, was ein Tag kostet und wie der Fleischanteil zu lesen ist. Beide Formen können deinen Hund vollständig versorgen, wenn auf dem Etikett „Alleinfuttermittel“ steht [1]. Welche besser passt, hängt von deinem Hund, deinem Alltag und deinem Budget ab. Die Zahlen unten helfen beim Abwägen.

Der eigentliche Unterschied ist Wasser

Trockenfutter wird so weit getrocknet, dass es lange lagerfähig bleibt. Liegt die Feuchte unter 14 %, muss der Hersteller sie nicht einmal angeben; darüber ist sie Pflicht [1, 2]. Nassfutter besteht zum größten Teil aus Wasser, deshalb steht die Feuchte auf jeder Dose. Wo sie bei Trockenfutter fehlt, rechnen wir mit 9 % und kennzeichnen das als Annahme.

Das Wasser verändert alle anderen Zahlen auf dem Etikett. 10 % Protein in der Dose klingen nach wenig, 25 % im Sack nach viel. Rechnet man beide auf die Trockenmasse oder auf die Energie um, liegen sie oft dicht beieinander. Wie das geht, steht im Ratgeber Analytische Bestandteile. Die zwei Beispiele unten stammen vom selben Hersteller, einmal als Krokette, einmal aus der Dose.

Beispiel aus dem Bestand, Trockenfutter

393 kcal je 100 g (nach FEDIAF berechnet). Ein 20‑kg‑Hund braucht davon als Startwert rund 270 g am Tag. Feuchte 9 %.

Packung Dolina Noteci Superfood Adult Hund mit Lamm

2,32 €am Tag

Für einen 20-kg-Hund: 270 g Futter

Preis pro kg
8,60€/kg
FleischFleisch nach Trocknung
74%, laut Etikett 80 %

1 Shop

Beispiel aus dem Bestand, Nassfutter

106 kcal je 100 g (nach FEDIAF berechnet). Ein 20‑kg‑Hund braucht davon als Startwert rund 997 g am Tag. Feuchte 77 %.

Energie und Menge: warum der Napf so unterschiedlich voll ist

Weil Nassfutter so viel Wasser enthält, liefert es pro 100 g viel weniger Energie. Unter den benoteten Sorten in unserem Bestand liegt die Mitte der Trockenfutter bei 372 kcal je 100 g, die der Nassfutter bei 102 kcal. Trockenfutter hat also etwa das 3,7-Fache an Energie.

Für einen kastrierten 20-kg-Hund mit normaler Bewegung und einem Bedarf von rund 1.059 kcal am Tag heißt das: rund 285 g Trockenfutter oder rund 1.041 g Nassfutter. Beides ist dieselbe Energie. Den Unterschied sieht man im Napf, im Einkaufswagen und im Müll. Die genaue Menge für deinen Hund und dein Futter rechnest du im Ratgeber Futtermenge berechnen.

Was kostet ein Tag?

Weil man vom Nassfutter so viel mehr braucht, entscheidet nicht der Kilopreis, sondern der Preis pro Tag. Wir rechnen ihn für jedes Futter mit dem 20-kg-Referenzhund und dem günstigsten lieferbaren Gebinde.

1,45 €

Trockenfutter: Tageskosten für einen 20-kg-Hund, Mitte der benoteten Sorten mit Preis Mitte (Median) über 1.464 Trockenfutter. NapfScout-Bestand, Stand 27.09.2026.

6,59 €

Nassfutter: Tageskosten für einen 20-kg-Hund, Mitte der benoteten Sorten mit Preis Mitte (Median) über 1.248 Nassfutter. NapfScout-Bestand, Stand 27.09.2026.

In der Mitte ist Nassfutter für denselben Hund damit etwa 4,5-mal so teuer wie Trockenfutter. Beim Kilopreis sieht der Abstand kleiner aus: Die Mitte liegt beim Trockenfutter bei 5,08 €/kg, beim Nassfutter bei 6,25 €/kg. Wer Preise vergleicht, sollte deshalb immer die Tageskosten ansehen. Unsere Listen zeigen sie auf jeder Karte, für deinen Hund, sobald du ihn gespeichert hast.

Fleischanteil: nicht auf derselben Skala

Hier liegt die größte Falle beim Vergleichen. Im Trockenfutter wird frisches Fleisch vor der Trocknung gewogen, also mit seinem Wasser. Frische Zutaten tierischen Ursprungs bestehen zu etwa drei Vierteln aus Wasser [2]. Nach der Trocknung ist von „60 % frischem Huhn“ deshalb viel weniger übrig. Wir rechnen das um und zeigen den Anteil im fertigen Futter.

Im Nassfutter gibt es diesen Schritt nicht. Das Fleisch steckt mitsamt seinem Wasser in der Dose, und der deklarierte Anteil gilt so, wie du ihn verfütterst. 70 % Fleisch in der Dose und 30 % Fleisch nach Trocknung in der Krokette beschreiben also verschiedene Dinge. Unter den benoteten Sorten mit genau bekanntem Anteil liegt die Mitte beim Trockenfutter bei 30 % nach Umrechnung, beim Nassfutter bei 65 % laut Etikett.

Deshalb stehen Trocken- und Nassfutter bei uns nie in derselben Liste und nie auf derselben Notenskala. Ein B beim Nassfutter und ein B beim Trockenfutter sind jeweils innerhalb ihrer Form zu lesen. Mehr dazu steht im Ratgeber Fleischanteil richtig lesen.

Fair verglichen: Protein je 1.000 kcal

Ein Hund frisst, bis sein Energiebedarf gedeckt ist, nicht bis eine bestimmte Grammzahl erreicht ist. Deshalb geben die FEDIAF-Leitlinien ihre Nährstoffempfehlungen je 1.000 kcal an [3]. Auf diese Weise verglichen, liegt Nassfutter beim Protein oft sogar vorn: In der Mitte hat benotetes Trockenfutter in unserem Bestand 70 g Rohprotein je 1.000 kcal, Nassfutter 96 g. Beide liegen weit über der FEDIAF-Mindestempfehlung von 45 g für erwachsene Hunde [3].

Was die Zahlen nicht beantworten

Ob ein Futter besser zu deinem Hund passt, hängt nicht nur an Etikettwerten. Die Weltvereinigung der Kleintierärzte (WSAVA) rät, bei der Wahl auch auf den Hersteller zu schauen: ob er Fachleute für Tierernährung beschäftigt und Auskunft zu Nährstoffen und Qualitätskontrolle gibt [4]. Das gilt für beide Formen gleich.

Praktisch unterscheiden sich die Formen vor allem im Alltag. Trockenfutter lässt sich offen lagern, abmessen und unterwegs mitnehmen; der Sack sollte trocken und verschlossen stehen. Eine angebrochene Dose gehört abgedeckt in den Kühlschrank, die Frist steht meist auf der Packung. Dass gewöhnliches Trockenfutter die Zähne reinigt, hört man oft. Eine belastbare Quelle dafür haben wir nicht gefunden, deshalb spielt es in unserem Vergleich keine Rolle.

Mischen: so rechnest du richtig

Viele füttern beides, etwa morgens Krokette und abends Dose. Das ist unproblematisch, solange beide Alleinfuttermittel sind. Steht auf einer Dose „Ergänzungsfuttermittel“, reicht sie allein nicht für die tägliche Ration [1]. Dann muss der Rest aus einem Alleinfutter kommen.

Teile die Tagesration beim Mischen nach Energie auf, nicht nach Gramm. Sollen beide Futter je die Hälfte liefern, gibst du für den 20-kg-Hund aus dem Beispiel oben rund 142 g Trockenfutter und rund 521 g Nassfutter. Wer stattdessen 150 g von beidem gibt, füttert je nach Futter deutlich zu viel oder zu wenig.

Und was ist nun besser?

Keins von beiden grundsätzlich. Trockenfutter ist in unserem Bestand pro Tag deutlich günstiger und praktischer zu lagern. Nassfutter bringt Wasser mit und liegt beim Protein je Kalorie oft höher. Entscheidend ist, dass das Futter ein Alleinfuttermittel ist, die Menge zur Energie passt und dein Hund damit sein Gewicht hält. Vergleichen solltest du innerhalb einer Form: Trockenfutter mit Trockenfutter, Nassfutter mit Nassfutter.

Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln Europäisches Parlament und Rat, 2009. Rechtstext, Art. 3 Abs. 2, Art. 15, Anhang I Nr. 6.
  2. Code of Good Labelling Practice for Pet Food FEDIAF, 2019. Leitlinie, S. 17 bis 18 und 22 bis 23, Annex 5 S. 61.
  3. Guidelines on Selecting Pet Foods WSAVA Global Nutrition Committee, 2021. Fachgesellschaft.

Wer das schreibt

Luca betreibt NapfScout und schreibt die Ratgeber. Jede Faktenaussage ist mit einer Quelle belegt; wo die Forschung uneins ist, steht die Evidenzstufe dabei. Zahlen aus dem eigenen Bestand werden bei jedem Datenabruf neu berechnet. Wie die Vergleichsnote entsteht, steht in der Methodik.