Methodik: So entsteht die Vergleichsnote
Wie NapfScout Hundefutter vergleicht: Grundcheck nach FEDIAF 2024, Vergleichsnote aus Fleisch, Proteinreserve und Offenlegung, Formeln und Grenzen.
In einem Satz: Zuerst prüfen wir, ob ein Futter laut Etikett die Mindestwerte des europäischen Branchenstandards erreicht. Dann vergleichen wir, wie viel Fleisch nach der Trocknung übrig bleibt, wie viel Eiweiß-Reserve es für Hunde mit wenig Kalorienbedarf hat und wie offen der Hersteller deklariert.
Eigene Vergleichsnote nach offengelegten Kriterien, keine Laboranalyse. Grundlage sind Hersteller- und Shopangaben, Stand 27.09.2026. Ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Grundlage sind ausschließlich die Angaben der Hersteller, wie sie die Shops veröffentlichen. Wir kaufen kein Futter und lassen keins im Labor untersuchen. Deshalb heißt unser Ergebnis Vergleichsnote: Wer nur Hersteller- und Händlerangaben auswertet, darf das nicht als Prüfung eines Produkts ausgeben [1]. Diese Seite beschreibt Version 3 der Bewertung, gültig seit 25.09.2026.
Drei Stufen im Überblick
- Stufe 0, Gültigkeit. Nur Alleinfuttermittel mit vollständigen, plausiblen Pflichtangaben bekommen eine Note. Alle anderen zeigen einen grauen Status mit Grund.
- Stufe 1, Grundcheck. Protein, Fett, Calcium, Phosphor und deren Verhältnis im Vergleich mit den FEDIAF-Empfehlungen für die Lebensphase. Ein deutlicher Befund begrenzt die Note auf D.
- Stufe 2, Vergleichsnote. 0 bis 100 Punkte aus Fleisch nach Trocknung (40 %), Proteinreserve (25 %) und Offenlegung (35 %), minus Abzüge, mit Deckeln bei Datenlücken.
Trocken- und Nassfutter werden getrennt bewertet und nie in einer Liste gemischt. Ihre Werte liegen so weit auseinander, dass eine gemeinsame Skala eine der beiden Formen immer benachteiligen würde. Ein B beim Nassfutter heißt: gut im Vergleich mit anderen Nassfuttern.
Stufe 0: Wer eine Note bekommt
Eine Note ist nur fair, wenn die Maßstäbe für das Futter gelten. Ergänzungsfutter ist nicht dafür gemacht, einen Hund allein zu versorgen; die Futterart steht verpflichtend auf jeder Packung [2]. Diätfuttermittel verfolgen festgelegte besondere Ernährungszwecke [3] und sind von den FEDIAF-Leitlinien ausdrücklich ausgenommen [4]. Ein niedriger Proteingehalt ist dort oft gerade der Zweck. Fehlen Pflichtangaben oder widersprechen sie sich, lässt sich nichts prüfen.
| Status | Wann | Anzahl |
|---|---|---|
| Diätfuttermittel, wird nicht benotet | Futterart Diätfuttermittel laut Deklaration, ohne Angabe nach Namensmustern wie „Veterinary“ oder „Renal“. Geht vor Ergänzungsfutter, weil ein Diätfuttermittel rechtlich auch Alleinfutter sein kann. | 306 / 257 |
| Ergänzungsfutter, nicht mit Alleinfutter vergleichbar | Futterart Ergänzungsfuttermittel laut Deklaration, ohne Angabe nach Namensmustern wie „Topper“ oder „Flocken“. Ein Nassfutter ohne Angabe der Futterart, das Fleisch mit Prozent nennt, aber keine Mineralstoffe, zählt ebenfalls dazu: Ein Alleinfutter braucht Mineralstoffe. | 40 / 177 |
| Mehrere Sorten in einer Packung, keine Note | Mischpaket oder mehrere Rezepturen in einer Zusammensetzung. | 73 / 291 |
| Pflichtangaben fehlen im Datensatz | Rohprotein, Rohfett, Rohfaser oder Rohasche fehlt, bei Nassfutter die Feuchte, oder die Zusammensetzung fehlt. | 294 / 395 |
| Angaben widersprüchlich, keine Note | Rohprotein trocken außerhalb 12 bis 60 %, nass außerhalb 2 bis 25 %; Rohfett trocken außerhalb 2 bis 35 %; Feuchte zwischen 20 und 60 % (weder trocken noch nass); oder der Shop meldet je Gebinde widersprüchliche Analytik. | 29 / 6 |
| Vergleichsnote A bis F | alles andere. Liegen Calcium oder Phosphor außerhalb 0,3 bis 3,0 % (trocken) bzw. 0,05 bis 1,0 % (nass), bleibt die Note, der Grundcheck ist dort „nicht prüfbar“. | 1.492 / 1.313 |
Die Prüfungen laufen in dieser Reihenfolge, die erste zutreffende entscheidet. Vorher prüfen wir die Form: Ab 60 % deklarierter Feuchte gilt ein Futter als Nassfutter, bis 20 % als Trockenfutter, auch wenn der Shop es anders einsortiert. Gar nicht gelistet sind Katzenfutter (laut Tierart-Angabe des Shops, sonst nach dem Namen), Datensätze mit HTML-Resten in der Zusammensetzung und Analytik, deren Summe aus Protein, Fett, Faser, Asche und Feuchte über 100,5 % liegt. Produkte ohne Note stehen in den Listen nach allen benoteten.
Stufe 1: Grundcheck nach FEDIAF 2024
Die FEDIAF, der europäische Verband der Heimtiernahrungs-Hersteller, veröffentlicht Nährstoffempfehlungen für Alleinfutter. Sie sind der Maßstab, an dem sich Hersteller in Europa orientieren [4]. Wir prüfen fünf Werte, die sich aus der Deklaration berechnen lassen, je 1.000 kcal: Protein, Fett, Calcium, Phosphor und das Verhältnis von Calcium zu Phosphor. Die Lebensphase lesen wir aus dem Namen: „Welpe“, „Puppy“, „Starter“ und „für alle Lebensphasen“ („all life stages“) gelten als frühes Wachstum. „Junior“ und „Junghund“ gelten als spätes Wachstum, zusammen mit „Maxi“, „Large“ oder „Giant“ im Namen oder einer Einstufung als große Rasse als spätes Wachstum großer Rassen. Welpe geht vor Junior: „Puppy & Junior“ muss die Welpenwerte erfüllen. Alles andere gilt als erwachsen.
| Prüfpunkt | Erwachsen | Welpe bis 14 Wochen | Junghund | Junghund große Rasse |
|---|---|---|---|---|
| Protein, mind. | 45,0 g | 62,5 g | 50,0 g | 50,0 g |
| Fett, mind. | 13,75 g | 21,25 g | 21,25 g | 21,25 g |
| Calcium | 1,25–6,25 g | 2,50–4,00 g | 2,00–4,50 g | 2,50–4,00 g |
| Phosphor | 1,00–4,00 g | ab 2,25 g | ab 1,75 g | ab 1,75 g |
| Ca:P | 1–2 : 1 | 1–1,6 : 1 | 1–1,8 : 1 | 1–1,6 : 1 |
Die FEDIAF nennt diese Werte ausdrücklich Empfehlungen mit Sicherheitsreserve, keine Mindestbedarfe, und ein Futter kann begründet davon abweichen [4]. Deklarierte Werte sind außerdem Typwerte mit gesetzlichen Toleranzen [2], und berechnete Energie ist eine Schätzung. Deshalb lassen wir 10 % Spielraum:
| Zustand | Bedeutung | Wirkung |
|---|---|---|
| erreicht | Wert innerhalb der Empfehlung | keine |
| grenzwertig | bis 10 % unter dem Mindest- oder über dem Höchstwert | sichtbar, keine Wirkung auf die Note |
| Befund | mehr als 10 % daneben | Note höchstens D (54 Punkte) |
| nicht deklariert | Calcium oder Phosphor steht nicht auf dem Etikett (freiwillige Angabe) | keine |
| nicht prüfbar | Calcium oder Phosphor deklariert, aber außerhalb jeder plausiblen Spanne, vermutlich falsch erfasst | keine |
Auf der Produktseite fassen wir das zu einer Zeile zusammen: erfüllt, teilweise prüfbar (Calcium oder Phosphor fehlt), grenzwertig oder Befund. Ein erfüllter Grundcheck heißt nur, dass die deklarierten Werte passen. Er heißt nicht, dass das Futter alle Nährstoffe liefert: Vitamine und Spurenelemente sehen wir nicht.
Stufe 2: die Vergleichsnote
Die Vergleichsnote hat drei Teile. Jeder Teil ergibt 0 bis 100 Punkte, gewichtet werden sie mit 40 %, 25 % und 35 %. Die Gewichte sind eine Wertung von uns und keine Naturkonstante. Deshalb stehen sie über jeder Liste.
Fleisch nach Trocknung, 40 %
Viele Halter wünschen sich viel Fleisch im Futter. Wir zeigen, wie viel davon nach der Trocknung wirklich übrig bleibt. Beim Trockenfutter gibt es 0 Punkte bei 5 % Fleisch im fertigen Futter und 100 Punkte ab 45 %, dazwischen linear. 5 % ist praktisch fleischfrei, 45 % fast die Hälfte der Krokette. Beim Nassfutter zählt der deklarierte Anteil: 0 Punkte bei 40 %, 100 Punkte ab 90 %, einer nahezu reinen Fleischdose.
Proteinreserve, 25 %
Hunde, die wenig fressen, weil sie kastriert, älter oder auf Diät sind, brauchen mehr Eiweiß je Kalorie. FEDIAF empfiehlt für wenig aktive Hunde 52,1 g statt 45 g Protein je 1.000 kcal und skaliert den Wert dafür mit dem Energiebedarf [4]. Mit derselben Rechnung reichen 70 g auch für einen Hund, der nur noch seinen Ruhebedarf frisst. Die Skala läuft deshalb vom FEDIAF-Mindestwert der Lebensphase (0 Punkte) bis zum 70/45-Fachen davon (100 Punkte): bei erwachsenen Hunden von 45 bis 70 g, bei Welpen bis 14 Wochen von 62,5 bis 97,2 g. Mehr gibt keine weiteren Punkte, weil „mehr ist immer besser“ nicht belegt ist.
Offenlegung, 35 %
Wie gut lässt sich das Futter überhaupt prüfen? Die Qualität eines Futters lässt sich an der Zutatenliste nicht ablesen [7]; die WSAVA rät, stattdessen den Hersteller nach Rezeptur und Qualitätskontrolle zu fragen [8]. Wie viel ein Hersteller offenlegt, ist deshalb nach unserer Einordnung das brauchbarste Signal auf dem Etikett, und Prozentangaben sind rechtlich verbindlich [9]. Von 100 Punkten gibt es 35 für eine offene Deklaration ohne Sammelbegriffe, 30 für Prozentangaben, 25 für freiwillige Analytik und 10 für eine deklarierte Energie. Freiwillige Analytik sind beim Trockenfutter Calcium, Phosphor und Feuchte, beim Nassfutter nur Calcium und Phosphor, weil dort die Feuchte ohnehin Pflicht ist [2].
Bei den Prozentangaben zählen der belegte Anteil der Rezeptur und die Zahl der Angaben, im Verhältnis 60 zu 40:
Anteil = 0,6 × min(1, Summe der Prozente ÷ 60) + 0,4 × min(1, Zahl der Angaben ÷ 4)
Die 30 Punkte werden mit diesem Anteil malgenommen, volle Punkte gibt es also ab 60 % Summe und vier Angaben. Beispiel: Vier Angaben mit zusammen 45 % ergeben 0,6 × 0,75 + 0,4 × 1 = 0,85, also 25,5 von 30 Punkten. Eine einzelne Angabe von 60 % ergibt 0,6 + 0,1 = 0,7. Die Summe zählt höchstens bis 100 %. Brühe oder Fett, die wir aus einer Fleischgruppe herausrechnen, zählen nicht als eigene Angabe.
Ergeben die Prozente zusammen mehr als 105 %, schauen wir, warum. Steht ein Wort wie „Set“, „Mix“ oder „Multipack“ da oder folgen mehrere Rezepturen mit eigenem Sortentitel, ist es ein Mischpaket ohne Note. Stehen eine alte und eine neue Rezeptur hintereinander, zählt die aktuelle. Sonst kürzen wir die Fleischanteile im selben Verhältnis, bis alle Angaben zusammen 100 % ergeben, und sagen das auf der Produktseite. Die Prozentangaben zählen dann voll, der Fleischanteil gilt aber als nicht genau bestimmbar (Deckel unten).
Abzüge
Zugesetzter Zucker und zugesetzte Farbstoffe kosten je 4 Punkte. Beide sind zugelassen, haben für den Hund aber keinen Nutzen. Mehr als „ohne Nutzen“ behaupten wir nicht. Einen Bonus für eine tierische Zutat an erster Stelle gibt es nicht mehr: Er belohnte genau das Wiegen vor der Trocknung, das wir auf dieser Seite erklären.
Deckel
- Fleischanteil nicht exakt bestimmbar: höchstens 79 Punkte, also B. Nennt ein Futter keine oder zu wenige Prozente, setzen wir den Fleischanteil mit dem unteren Viertel der benoteten Sorten derselben Form an, deren Anteil wir genau kennen. Beim Trockenfutter sind das derzeit 23,5 %, beim Nassfutter 60,0 %. Das untere Viertel statt der Mitte, weil Hersteller mit viel Fleisch eher Prozente nennen; die Mitte würde Schweigen belohnen. Nennt ein Futter nur für einen Teil Prozente, zählt der höhere Wert aus belegter Untergrenze und Ersatzwert. Der Streifen „Fleisch nach Trocknung“ auf den Produktseiten zeigt genau diese Gruppe: benotete Sorten der Form mit genau bekanntem Anteil. Nennt ein Nassfutter den Fleischanteil nur für die Stückchen („73 % im Happen“), fehlen Soße oder Gelee in der Angabe. Sie ist dann eine Obergrenze: Wir rechnen höchstens mit dem Ersatzwert, und der Deckel gilt. Er gilt auch, wenn wir Fleischanteile auf 100 % kürzen mussten.
- Befund im Grundcheck: höchstens 54 Punkte, also D. Ein Futter, das eine Empfehlung deutlich verfehlt, soll nicht über Fleisch oder Offenlegung nach oben rutschen.
Notenstufen
| Note | Punkte | Trockenfutter im Bestand | Nassfutter im Bestand |
|---|---|---|---|
| A | 85,0–100 | 182 | 56 |
| B | 70,0–84,9 | 445 | 394 |
| C | 55,0–69,9 | 582 | 520 |
| D | 40,0–54,9 | 226 | 286 |
| E | 25,0–39,9 | 52 | 55 |
| F | 0–24,9 | 5 | 2 |
Skala von A bis F: A ab 85, B ab 70, C ab 55, D ab 40, E ab 25, F unter 25 Punkten.
Skala von A bis F: A ab 85, B ab 70, C ab 55, D ab 40, E ab 25, F unter 25 Punkten.
Die Farben der Noten sind eine eigene Skala von Petrol bis Umbra. Sie lehnt sich bewusst nicht an amtliche Kennzeichnungen an, denn unsere Note ist keine.
Eine Note nachgerechnet
Ein Trockenfutter aus unserem aktuellen Bestand: Rocco Mealtime - reich an frischem Huhn. Die Rechnung steht genauso auf seiner Produktseite.
| Teil | Rechnung | Beitrag |
|---|---|---|
| Fleisch | Rund 34,1 % Fleisch im fertigen Futter nach unserer Umrechnung (29,5–44,7 %). Skala 5–45 %, volle Punkte ab 45 %. 72,8 Punkte × 40 % | 29,1 |
| Proteinreserve | 54,1 g Protein je 1.000 kcal. Skala 45,0–70,0 g, vom FEDIAF-Mindestwert für erwachsene Hunde bis zur Reserve für Hunde mit wenig Energiebedarf. 36,4 Punkte × 25 % | 9,1 |
| Offenlegung | Offene Deklaration mit Prozentangaben. Keine freiwillige Analytik (Ca, P, Feuchte), Energie nicht angegeben. 65,0 Punkte × 35 % | 22,8 |
| Ergebnis | Grundcheck teilweise prüfbar, 61,0 von 100 Punkten, Note C | 61,0 |
Zum Vergleich ein Futter ohne Prozentangaben beim Fleisch, Briantos Adult Mobility Huhn & Kartoffel - GETREIDEFREIE Rezeptur: Fleischanteil nicht deklariert. Für die Note haben wir ihn mit dem unteren Viertel des Bestands angesetzt (23,5 %). Skala 5–45 %, volle Punkte ab 45 %. Der Deckel bei 79 Punkten greift hier nicht, das Ergebnis liegt ohnehin darunter (74,0 Punkte, Note B).
Fleisch nach Trocknung
Zutaten stehen in der Deklaration nach ihrem Gewicht beim Einwiegen, frisches Fleisch also mitsamt seinem Wasser [2, 10]. Für Zutaten tierischen Ursprungs nennt der FEDIAF-Kodex als Richtwert 75 % Wasser [10]; Messdaten für mageres Muskelfleisch und die meisten Innereien liegen nah daran, fettere Stücke darunter [11]. Unsere Rechnung:
- Als frisch deklariertes Fleisch zählt mit dem Faktor 0,25 als Trockenmasse. Vierteln gibt es nur mit Beleg: „frisch“, „Frischfleisch“, „fresh“ oder „roh“. Flüssige Hydrolysate („Leber hydrolysiert“) zählen im Zweifel wie Frischware. Steht zugleich ein Trocken-Hinweis da („getrocknet“, „Mehl“, „dehydriert“, „Pulver“), gilt das Fleisch als getrocknet und zählt voll, ebenso Fleisch ohne jede Angabe.
- Zutaten ohne Prozentangabe zählen mit 90 % Trockenmasse, die fertige Krokette behält 8 % Restfeuchte. Daraus ergibt sich, wie viel fertiges Futter aus 100 kg Rezeptur entsteht.
- Fleisch nach Trocknung ist die Trockenmasse des Fleisches geteilt durch die Masse des fertigen Futters.
- Weil der Wassergehalt schwankt, rechnen wir zusätzlich mit 0,20 und 0,40 und zeigen die Spanne.
| Zutat | deklariert | Trockenmasse |
|---|---|---|
| frisches Huhn, frisch, ein Viertel Trockenmasse | 68,0 % | 17,0 kg |
| Fertiges Futter aus 100 kg | 49,8 kg | |
| Fleisch nach Trocknung | Etikett 68 % | rund 34 % (30 % bis 45 %) |
Als Fleisch zählen Muskelfleisch, Fisch und Innereien [10], nicht Ei, Blut, Milch, Fett, Öl oder Brühe. Beim Nassfutter wird nichts umgerechnet: Der deklarierte Anteil gilt so, wie er verfüttert wird. Das Ergebnis ist immer eine Modellschätzung „nach unserer Umrechnung“, kein Vorwurf an den Hersteller, denn das Wiegen vor der Trocknung ist die vorgesehene Art zu deklarieren. Auf der Produktseite steht bei jedem Futter, wie der Wert zustande kam: exakt berechnet, als Untergrenze, angesetzt oder bestimmt 0 % bei vollständiger Deklaration ohne Fleisch.
Ein paar Zutaten liegen auf der Grenze. So ordnen wir sie ein:
- Grieben (ausgelassenes Fettgewebe mit Fleischresten) zählen als Fleisch, und zwar als getrocknete Ware.
- Muschelfleisch zählt als Fleisch, weil das Wort Fleisch dasteht. Grünlippmuschel ohne diesen Zusatz ist ein Gelenkzusatz und zählt nicht.
- Gelatine, auch hydrolysiert, zählt nicht, ebenso Kollagen, Knorpel und Knochen: Bindegewebe und Gelenkzusätze.
- Sammelbegriffe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“, Fleischmehl, Geflügelmehl sowie Fleisch- und Knochenmehl zählen als Fleisch.
- Brühe, Extrakt und Aroma zählen nicht, auch wenn eine Tierart davorsteht („Hühnerbrühe“).
Energie
Nennt der Hersteller die Energie und liegt sie im plausiblen Bereich (Trockenfutter 250 bis 500, Nassfutter 50 bis 200 kcal je 100 g), gilt seine Angabe [2]. Sonst berechnen wir die umsetzbare Energie nach der Formel in den FEDIAF-Leitlinien aus der Analytik [4]. Fehlt beim Trockenfutter die Feuchte, nehmen wir 9 % an; unter 14 % ist sie keine Pflichtangabe [2]. Beim Nassfutter ist die Feuchte Pflicht, ohne sie gibt es keine Note.
Formel und Rechenbeispiel
- Kohlenhydrate (N-freie Extraktstoffe) = 100 − Protein − Fett − Rohfaser − Rohasche − Feuchte
- Bruttoenergie = 5,7 × Protein + 9,4 × Fett + 4,1 × (Kohlenhydrate + Rohfaser)
- Verdaulichkeit in % = 91,2 − 1,43 × Rohfaser in der Trockenmasse
- Umsetzbare Energie = Bruttoenergie × Verdaulichkeit ÷ 100 − 1,04 × Protein
Alle Werte in % bzw. kcal je 100 g. Ab 8 % Rohfaser in der Trockenmasse ist das Ergebnis eine Untergrenze [4].
Beispiel Rocco Mealtime - reich an frischem Huhn: Protein 21,0, Fett 16,0, Rohfaser 2,0, Rohasche 6,3, Feuchte 9,0 %. Kohlenhydrate 45,7 %, Bruttoenergie 465,7 kcal, Rohfaser in der Trockenmasse 2,2 %, Verdaulichkeit 88,1 %, verdauliche Energie 410,1 kcal, umsetzbare Energie 388 kcal je 100 g.
Futtermenge und Tageskosten
Karten und Produktseiten zeigen, was ein Futter am Tag kostet und wie viel davon in den Napf gehört. Ohne gespeichertes Profil rechnen wir mit einem Referenzhund: 20 kg, 4 Jahre, kastriert, normal aktiv. Er braucht rund 1.059 kcal am Tag, bei einem Trockenfutter aus der Mitte der benoteten also rund 285 g. Die Tageskosten sind diese Menge mal dem günstigsten lieferbaren Kilopreis.
Auf den Seiten von Welpenfutter wäre ein erwachsener 20-kg-Hund kein sinnvoller Startwert. Dort rechnen wir ohne Profil mit einem Welpen: 4 kg, 4 Monate, ausgewachsen rund 7 kg (das Endgewicht, das unser Rechner für kleine Rassen ansetzt). Er braucht rund 501 kcal am Tag. Listen und Karten bleiben beim 20-kg-Hund, damit alle Sorten einer Liste mit demselben Hund verglichen werden.
Ist eine Sorte bei keinem Shop lieferbar, hat sie keinen günstigsten Kilopreis; Karten zeigen dann „Kein aktueller Preis“. Auf ihrer Produktseite rechnen wir die Tageskosten mit dem letzten bekannten Kilopreis weiter und schreiben „letzter Preis“ dazu, damit du sie trotzdem einordnen kannst.
Formeln des Rechners
Ruhebedarf: RER = 70 × Körpergewicht in kg hoch 0,75 [12, 5]. Für den Referenzhund: rund 662 kcal.
Erwachsene Hunde: 1,6 × RER kastriert, 1,8 × RER nicht kastriert [12]; junge Erwachsene von 1 bis 2 Jahren plus 0,2; ab 7 Jahren 1,4 × RER. Bewegung: wenig (unter 1 Stunde) minus 0,2, normal 0, aktiv (1 bis 3 Stunden, auch intensiv) plus 0,2, Arbeits- oder Sporthund (3 bis 6 Stunden) plus 0,6. Die Werte passen zu den Tabellen der FEDIAF [4].
Welpen: mit erwartetem Endgewicht nach FEDIAF (254,1 − 135 × p) × Körpergewicht hoch 0,75, p = aktuelles ÷ erwartetes Endgewicht [4]. Ohne Endgewicht 3,0 × RER unter 4 Monaten, danach 2,0 × RER [12]. Als Welpen gelten Hunde bis 12 Monate, große und Riesenrassen bis 18 Monate. Beispiel mit erwarteten 60 kg: Mit 3 Monaten und 20 kg ergibt FEDIAF rund 1.978 kcal, der Rückfall ohne Endgewicht (3,0 × RER) kommt auf praktisch gleich viel. Mit 6 Monaten und 40 kg ergibt FEDIAF rund 2.610 kcal, der Rückfall (2,0 × RER) kommt auf rund 15 % weniger. Ohne Endgewicht ist die Menge also ungenauer, in beide Richtungen.
Menge: Tagesbedarf ÷ kcal je 100 g × 100. Kosten: Menge in kg × Kilopreis; im Monat mal 30,44.
Das Ergebnis ist immer ein Startwert mit einer Spanne von plus und minus 20 %. Einzelne Hunde weichen vom Mittel stark ab [13, 12]. Nach Gewicht und Figur anpassen (Rippen fühlbar, Taille sichtbar). Welpen nie zur freien Verfügung füttern [4]. Den Rechner zum Ausprobieren gibt es im Ratgeber Futtermenge berechnen.
Hinweise ohne Punkte
Manches zeigen wir auf der Produktseite als neutralen Hinweis, ohne dass es die Note verändert:
- Hülsenfrüchte unter den ersten fünf Zutaten (Erbsen, Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Lupinen, auch als Protein oder Fasern): Die US-Behörde FDA hat Herzerkrankungen bei Hunden untersucht, die oft hülsenfruchtreiche Rezepturen fraßen. Ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht belegt, die Forschung läuft [14, 15].
- Feuchte angenommen: Das Trockenfutter nennt keine Feuchte, wir rechnen mit 9 %.
- Energie berechnet: Der Hersteller nennt keine Energie, der Wert stammt aus der Formel oben.
- Getreidefrei ist ein Filter, kein Kriterium. Einen Vorteil für Hunde ohne Unverträglichkeit belegt die Forschung nicht.
Evidenzstufen
Wo eine Aussage strittig ist, steht in unseren Ratgebern dabei, wie gut sie belegt ist. Stark heißt: Gesetz, Leitlinie mit wissenschaftlichem Beirat, systematische Übersicht oder randomisierte Studie. Mittel heißt: Beobachtungsstudien, Behördenmitteilungen ohne Nachweis einer Ursache, Expertenkonsens oder Studien einzelner Hersteller. Schwach heißt: Einzelbeobachtung, Plausibilität oder eine Konvention von uns. Die 10 % Spielraum im Grundcheck und das untere Viertel als Ersatzwert sind solche Konventionen; wir haben sie so gewählt, dass sie im Zweifel zugunsten des Produkts ausfallen.
Was wir nicht prüfen
- Keine Laboranalyse. Wir werten Hersteller- und Shopangaben aus. Ob der Sack hält, was das Etikett sagt, prüfen wir nicht.
- Vitamine und Spurenelemente sehen wir nicht im Endprodukt. Ein erfüllter Grundcheck heißt deshalb nicht, dass ein Futter alle Nährstoffe liefert.
- Keine Schadstoffe, keine Keime, keine Mykotoxine, keine Verdaulichkeit, keine Rohstoffqualität.
- Analytische Werte sind Typwerte mit gesetzlichen Toleranzen [2], keine Messung deiner Packung.
- Der Fleischanteil ist eine Modellschätzung mit Spanne, keine Tatsache über das einzelne Produkt.
- Unser Datensatz kann Fehler enthalten, etwa wenn ein Shop eine veraltete Deklaration zeigt. Maßgeblich ist das Etikett auf der Packung.
- Keine Aussage über Gesundheitswirkungen. Die Note ersetzt keine tierärztliche Beratung, schon gar nicht bei Erkrankungen.
Reihenfolge, Geld und Unabhängigkeit
Listen sind nach der Vergleichsnote sortiert, bei gleicher Note nach den Tageskosten. Andere Sortierungen wählst du selbst. Produkte ohne Note stehen nach allen benoteten. Kein Hersteller und kein Shop kann eine Platzierung, eine Note oder eine Erwähnung kaufen, und es gibt keine bezahlten Plätze.
NapfScout finanziert sich über Provisionen: Kaufst du über einen Shop-Link bei uns, bekommen wir von manchen Shops einen Anteil, dein Preis ändert sich nicht. Diese Links sind mit „Anzeige“ gekennzeichnet. Die Provision hat keinen Einfluss auf Note und Reihenfolge; alle Shops werden gleich behandelt, maßgeblich ist der günstigste Kilopreis. Mehr dazu im Werbehinweis.
4.673 Sorten von zooplus, Fressnapf, Josera und Reico. Andere Shops und Hersteller fehlen noch, die Liste ist also nicht der ganze Markt. Stand 27.09.2026, 11:31 Uhr.
Quellen
Wer das schreibt
Luca betreibt NapfScout und schreibt die Ratgeber. Jede Faktenaussage ist mit einer Quelle belegt; wo die Forschung uneins ist, steht die Evidenzstufe dabei. Zahlen aus dem eigenen Bestand werden bei jedem Datenabruf neu berechnet. Wie die Vergleichsnote entsteht, steht in der Methodik.