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Für einen 20-kg-Hund: 231 g Futter
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, laut Etikett 93 %
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Braucht dein Hund getreidefreies Futter? Was die Forschung zu Allergien, Stärke und der DCM-Debatte um Hülsenfrüchte sagt, mit Evidenzstufen.
„Getreidefrei“ gehört zu den häufigsten Wörtern auf Hundefutter-Packungen. In unserem Bestand sind 827 von 2.235 Trockenfuttern ohne Getreide, bei den Nassfuttern 1.400 von 2.444. Das Versprechen dahinter bleibt meist unausgesprochen: natürlicher, verträglicher, irgendwie besser. Was davon hält, hängt an drei Fragen. Braucht ein Hund Getreide? Löst Getreide Allergien aus? Und was ist dran an der Debatte um getreidefreies Futter und Herzerkrankungen?
Getreidefrei heißt: kein Weizen, kein Mais, kein Reis, keine Gerste, kein Hafer und keine anderen Getreidearten. Es heißt nicht, dass das Futter ohne Kohlenhydrate auskommt. An die Stelle von Getreide treten meist Kartoffeln, Süßkartoffeln, Tapioka oder Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen.
Das hat einen technischen Grund. Eine Krokette entsteht im Extruder, und damit sie aufquillt und zusammenhält, braucht sie Stärke. Wie viel üblich ist, nennt ein Fachbeitrag zur Extrusion: rund 30 % bei fleischreichen Rezepturen und Welpenfutter, rund 40 % bei anderen Futtern für erwachsene Hunde [4]. Irgendwo muss diese Stärke herkommen. Getreidefrei heißt also auch nicht automatisch „mehr Fleisch“. Ob ein getreidefreies Trockenfutter viel oder wenig Fleisch enthält, verrät erst die Zusammensetzung. Die drei Beispiele in diesem Artikel zeigen, wie verschieden die ersten Zutaten aussehen.
Beispiel aus dem Bestand, Trockenfutter
Die Zusammensetzung beginnt mit: Wildfleisch und Innereien vom Wild (93 %), neuseeländische Grünlippmuschel (3 %), Lecithin, Chicorée-Inulin, getrockneter Seetang.
Offene Deklaration: jede Zutat einzeln genannt. 2 von 8 Zutaten mit Prozentangabe.

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Für einen 20-kg-Hund: 231 g Futter
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Nein, aber er kann es gut verwerten. Beides stimmt gleichzeitig. Erwachsene Hunde haben keinen Bedarf an Kohlenhydraten, solange sie genug Protein und Fett bekommen [2]. Ein Futter ohne Getreide ist also nicht unvollständig.
Umgekehrt ist Stärke für Hunde nichts Fremdes. Im Vergleich zum Wolf tragen Hunde mehr Kopien des Gens AMY2B, das für die Verdauung von Stärke wichtig ist; die Autoren sehen darin eine Anpassung an das Leben mit dem Menschen und seiner stärkereichen Kost [3]. Das Bild vom Hund als reinem Fleischfresser, dem Getreide fremd ist, passt dazu nicht.
Der häufigste Grund für getreidefreies Futter ist die Sorge vor einer Allergie. Eine systematische Übersicht über die Studien zu Futtermittelallergien bei Hunden nennt als häufigste Auslöser Rind, Milchprodukte, Huhn und Weizen [1]. Weizen steht auf der Liste, Getreide als Gruppe nicht. Mais und Reis gehören nicht zu den häufigen Auslösern.
Ob dein Hund ein Futtermittel nicht verträgt, klärt die Tierarztpraxis. Aus dem Etikett allein lässt sich das nicht ablesen. Deshalb vergeben wir kein eigenes Etikett „hypoallergen“, sondern zeigen nur, was in der Zutatenliste steht, etwa ob eine einzige tierische Proteinquelle genannt ist.
Beispiel aus dem Bestand, Trockenfutter
Die Zusammensetzung beginnt mit: Hühnerprotein (28,7 %), Hühnerfrischfleisch (20 %), Mais (12,7 %), Maismehl (12 %), Öle und Fette (7,6 %).
Offene Deklaration: jede Zutat einzeln genannt. 15 von 15 Zutaten mit Prozentangabe.
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Für einen 20-kg-Hund: 266 g Futter
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Für Hunde, bei denen eine bestimmte Proteinquelle gemieden werden soll, hilft ein anderer Filter mehr als „getreidefrei“: Futter mit genau einer tierischen Proteinquelle laut Zutatenliste, oft als Monoprotein beworben. In unserem Bestand gilt das für 463 Trockenfutter und 1.006 Nassfutter. Auch hier gilt eine Einschränkung: Die Zutatenliste sagt nichts darüber, ob in der Produktion Spuren anderer Tierarten ins Futter gelangen. Wer eine Ausschlussdiät füttert, sollte das Futter deshalb mit der Tierarztpraxis abstimmen.
2018 begann die US-Lebensmittelbehörde FDA, Fälle von dilatativer Kardiomyopathie (DCM) zu untersuchen, einer Erkrankung des Herzmuskels. Auffällig war, dass viele der betroffenen Hunde Futter fraßen, das als getreidefrei vermarktet wurde und Erbsen, Linsen oder andere Hülsenfrüchte weit oben in der Zutatenliste hatte. Die FDA betonte, dass sie keinen ursächlichen Zusammenhang nachgewiesen hat; ihr letzter Bericht stammt vom Dezember 2022 [5]. Hülsenfrüchte weit oben kamen dabei in getreidefreien wie in getreidehaltigen Rezepturen vor.
Die Arbeitsgruppe der Tufts University, die das Thema seit Jahren verfolgt, sieht den Verdacht im Update vom Juni 2026 bei hülsenfruchtreichen Rezepturen, nicht beim fehlenden Getreide. Der Mechanismus ist ungeklärt, diskutiert wird unter anderem eine Stoffwechselstörung in den Herzzellen [6]. Auf der anderen Seite fand eine Studie mit 54 gesunden Hunden nach 18 Monaten keine Veränderungen am Herzen, egal ob ihr Futter Hülsenfrüchte, Kartoffeln oder Getreide als Kohlenhydratquelle hatte. Diese Studie wurde von einem Futterhersteller finanziert und durchgeführt [7].
Was folgt daraus für uns? Getreidefrei gibt in unserer Vergleichsnote keine Punkte und kostet keine. Stehen Erbsen, Linsen, Bohnen, Kichererbsen oder Lupinen unter den ersten fünf Zutaten, zeigen wir auf der Produktseite einen neutralen Hinweis mit der Quelle, ebenfalls ohne Punkte. In unserem Bestand enthalten 1.057 von 2.235 Trockenfuttern Hülsenfrüchte, an welcher Stelle auch immer. Wer sie meiden möchte, findet in den Listen den Filter „ohne Hülsenfrüchte“.
Beispiel aus dem Bestand, Trockenfutter
Die Zusammensetzung beginnt mit: Frischer Lachs (26 %), Truthahnprotein (23 %), Gelberbsen, Rinderfett (13 %), hydrolysiertes Truthahnprotein (9 %).
Offene Deklaration: jede Zutat einzeln genannt. 17 von 26 Zutaten mit Prozentangabe.

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Für einen 20-kg-Hund: 271 g Futter
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Es gibt gute Gründe, zu einem getreidefreien Futter zu greifen: Dein Hund verträgt nachweislich Weizen nicht, er mag das Futter, oder die übrigen Werte passen einfach am besten. Getreidefrei ist dann kein Problem, solange es ein Alleinfuttermittel ist und die Menge stimmt. Nur als Qualitätsmerkmal taugt es nicht. Ein getreidehaltiges Futter mit offener Deklaration und viel Fleisch nach Trocknung ist nach allem, was man weiß, nicht schlechter als ein getreidefreies mit Erbsen an zweiter Stelle.
Aussagekräftiger als das Wort auf der Packung sind ein paar Zahlen, die jede Deklaration hergibt:
Kurz gesagt: Getreidefrei ist eine Zutatenwahl, keine Qualitätsstufe. Für die meisten Hunde spricht nichts dagegen und nichts Belegtes dafür.
Luca betreibt NapfScout und schreibt die Ratgeber. Jede Faktenaussage ist mit einer Quelle belegt; wo die Forschung uneins ist, steht die Evidenzstufe dabei. Zahlen aus dem eigenen Bestand werden bei jedem Datenabruf neu berechnet. Wie die Vergleichsnote entsteht, steht in der Methodik.