NapfScout

Gerechnet für einen 20-kg-Hund.

Futtermenge für Hunde berechnen: Rechner, Formel und Tabelle

Wie viel Futter braucht dein Hund am Tag? Rechner nach FEDIAF, Tabelle nach Körpergewicht und warum jede Grammzahl nur ein Startwert ist.

Von . Erschienen am . 7 Quellen, am Ende verlinkt.

Auf jeder Packung steht eine Fütterungsempfehlung, meist als Spanne für eine Gewichtsklasse. Für deinen Hund passt sie oft nur ungefähr, weil sie zwei Dinge zusammenfasst, die du besser getrennt anschaust: wie viel Energie dein Hund am Tag braucht und wie viel Energie in 100 g genau dieses Futters steckt. Beides lässt sich rechnen. Heraus kommt ein Startwert, den du danach an Gewicht und Figur deines Hundes anpasst.

Rechner: Wie viel Futter braucht mein Hund am Tag?

Trag Gewicht, Alter und Bewegung ein. Ohne weitere Angaben rechnet der Rechner mit der Mitte der benoteten Trocken- oder Nassfutter in unserem Bestand. Steht auf deiner Packung ein Energiewert, ersetzt du die Vorgabe damit, dann stimmt die Menge für genau dein Futter. Wie gerechnet wird, steht in den Abschnitten darunter.

Dein Hund

Lebensphase im Rechner: erwachsen.

Kastriert
Bewegung

1 bis 3 Stunden am Tag, überwiegend ruhig.

Dein Futter
Form

Vorgabe ist die Mitte aller Trockenfutter im Bestand. Steht auf deiner Packung ein Energiewert, trag ihn ein.

285 g am Tag

Startwert, Spanne 228 g bis 342 g. Nach Gewicht und Figur anpassen (Rippen fühlbar, Taille sichtbar).

Energiebedarf
rund 1.059 kcal am Tag
Grundlage
Erhaltungsbedarf erwachsener Hunde
Kosten
1,45 € am Tag, rund 44 € im Monat

Schritt 1: der Energiebedarf in Ruhe

Grundlage jeder Rechnung ist der Ruhebedarf, abgekürzt RER (resting energy requirement). Die übliche Formel lautet: RER = 70 × Körpergewicht in kg hoch 0,75 [1, 2]. Der Exponent sorgt dafür, dass der Bedarf langsamer wächst als das Gewicht. Ein 10-kg-Hund braucht in Ruhe rund 394 kcal am Tag, ein 40-kg-Hund mit dem vierfachen Gewicht rund 1.113 kcal, also nicht einmal das Dreifache. Große Hunde brauchen deshalb pro Kilo Körpergewicht deutlich weniger Futter als kleine.

Schritt 2: Alter, Kastration und Bewegung

Aus dem Ruhebedarf wird der Erhaltungsbedarf (MER), indem du ihn mit einem Faktor multiplizierst. Wir nutzen die Faktoren der Pet Nutrition Alliance [1] und haben sie mit den Tabellen der FEDIAF abgeglichen. Die FEDIAF ist der europäische Verband der Heimtiernahrungs-Hersteller; ihre Nährstoffleitlinien sind in Europa der Maßstab für Alleinfutter [3].

Situation Faktor auf den Ruhebedarf
erwachsen, kastriert 1,6
erwachsen, nicht kastriert 1,8
junger Erwachsener, 1 bis 2 Jahre plus 0,2
ab 7 Jahren 1,4
wenig Bewegung, unter 1 Stunde am Tag minus 0,2
aktiv, 1 bis 3 Stunden, auch intensiv plus 0,2
Arbeits- oder Sporthund, 3 bis 6 Stunden Arbeit plus 0,6

Zum Abgleich: FEDIAF nennt für Hunde zwischen 3 und 7 Jahren im Mittel 110 kcal je kg Körpergewicht hoch 0,75, für ältere Hunde 95 und für junge Erwachsene 130 [3]. Umgerechnet sind das rund das 1,6-, 1,4- und 1,9-Fache des Ruhebedarfs; die Faktoren passen also zusammen. Für einen kastrierten 20-kg-Hund mit normaler Bewegung ergibt das rund 1.059 kcal am Tag. Mit diesem Referenzhund rechnen auch unsere Produktkarten, solange du keinen eigenen Hund gespeichert hast.

Schritt 3: von Kalorien zu Gramm

Jetzt kommt das Futter ins Spiel. Die Menge in Gramm ist der Tagesbedarf in kcal geteilt durch die kcal je 100 g, mal 100. Wie viel Energie ein Futter hat, schwankt stärker, als die Packungen vermuten lassen. Unter den benoteten Sorten in unserem Bestand liegt die Mitte der Trockenfutter bei 372 kcal je 100 g. Ein Viertel der Sorten hat weniger als 356 kcal, ein Viertel mehr als 385 kcal. Nassfutter liegt in der Mitte bei 102 kcal, weil ein großer Teil davon Wasser ist.

Nennt der Hersteller die Energie, gilt seine Angabe; sie muss nach der amtlichen Methode ermittelt sein [4]. Fehlt sie, rechnen wir sie nach der Formel aus den FEDIAF-Leitlinien aus Protein, Fett, Rohfaser, Asche und Feuchte [3]. Die zwei Beispiele unten zeigen, was der Unterschied im Napf ausmacht: gleicher Hund, zwei Trockenfutter, verschiedene Mengen.

Beispiel aus dem Bestand, Trockenfutter

399 kcal je 100 g (nach FEDIAF berechnet). Ein 20‑kg‑Hund braucht davon als Startwert rund 266 g am Tag. Feuchte 9 % (angenommen).

Beispiel aus dem Bestand, Trockenfutter

327 kcal je 100 g (nach FEDIAF berechnet). Ein 20‑kg‑Hund braucht davon als Startwert rund 324 g am Tag. Feuchte 16,5 %.

Wer das Futter wechselt, sollte die Menge deshalb neu rechnen und nicht einfach die alte Grammzahl übernehmen. Das gilt auch umgekehrt: Liegt die Empfehlung auf der Packung weit neben deinem Startwert, lohnt ein Blick auf den Energiewert.

Tabelle: Futtermenge nach Körpergewicht

Die Tabelle zeigt Startwerte für erwachsene, kastrierte Hunde mit normaler Bewegung. Sie rechnet mit der Mitte der benoteten Sorten unseres Bestands; hat dein Futter mehr Energie, brauchst du entsprechend weniger.

Startwerte für erwachsene, kastrierte Hunde mit normaler Bewegung, gerechnet mit der Mitte des Bestands: Trockenfutter 372 kcal, Nassfutter 102 kcal je 100 g.
GewichtEnergie am TagTrockenfutterNassfutter
5 kg375 kcal101 g368 g
10 kg630 kcal169 g619 g
15 kg854 kcal230 g839 g
20 kg1.059 kcal285 g1.041 g
25 kg1.252 kcal337 g1.231 g
30 kg1.436 kcal386 g1.412 g
40 kg1.781 kcal479 g1.752 g

Für einen nicht kastrierten Hund rechnest du etwa ein Achtel mehr (Faktor 1,8 statt 1,6), ab 7 Jahren etwa ein Achtel weniger (1,4). Für ein genaues Ergebnis mit deinem Futter nimm den Rechner oben.

Warum jede Zahl nur ein Startwert ist

Die Faktoren sind Mittelwerte aus Studien mit vielen Hunden. Der einzelne Hund liegt oft daneben, und zwar deutlich. Eine Auswertung vieler Studien fand für erwachsene Hunde im Mittel 142,8 kcal je kg hoch 0,75, mit einer Standardabweichung von 55,3 [5]. Die Pet Nutrition Alliance nennt Abweichungen von bis zu 50 % [1], und FEDIAF weist darauf hin, dass die Tabellenwerte den Bedarf vieler Familienhunde um 10 bis 60 % überschätzen können [3].

Deshalb zeigt der Rechner eine Spanne von plus und minus 20 % um den Startwert. Wo dein Hund darin liegt, zeigt dir seine Figur: Rippen fühlbar, aber nicht sichtbar, Taille von oben erkennbar. Das entspricht den Stufen 4 bis 5 auf der neunstufigen Skala, die FEDIAF als Ziel nennt [3]. Dass sich eine schlanke Figur lohnt, zeigt eine Langzeitstudie mit Labradoren: Die Hunde, die ihr Leben lang ein Viertel weniger Futter bekamen als ihre Geschwister, lebten im Mittel 13 statt 11,2 Jahre [7].

Unser Vorschlag für die Praxis: Wiege deinen Hund in den ersten Wochen nach einer Umstellung alle zwei Wochen. Nimmt er zu oder ab, obwohl er das nicht soll, änderst du die Menge um etwa 10 % und wiegst wieder. Leckerlis, Kauartikel und Tischreste bringen ebenfalls Energie mit; was du davon gibst, ziehst du von der Tagesmenge ab.

Welpen: eine eigene Formel

Bei Welpen reicht ein fester Faktor nicht, weil der Bedarf mit dem Wachstum sinkt. FEDIAF rechnet deshalb mit dem Anteil am erwarteten Endgewicht: Erhaltungsbedarf = (254,1 − 135 × p) × Körpergewicht hoch 0,75, wobei p das aktuelle Gewicht geteilt durch das erwartete Endgewicht ist [3]. Kennst du das Endgewicht nicht, nutzt der Rechner die Faustregel der Pet Nutrition Alliance: dreimal den Ruhebedarf unter vier Monaten, danach zweimal [1].

Mit Endgewicht folgt die Rechnung dem Wachstum genauer, und das macht bei großen Rassen einen Unterschied. Ein Welpe mit erwarteten 60 kg braucht mit 3 Monaten und 20 kg nach der FEDIAF-Formel rund 1.978 kcal am Tag; die Faustregel ohne Endgewicht (dreimal der Ruhebedarf) kommt auf praktisch gleich viel. Mit 6 Monaten und 40 kg sind es nach FEDIAF rund 2.610 kcal, die Faustregel (jetzt zweimal der Ruhebedarf) rechnet rund 15 % weniger. Die Faustregel liegt also mal fast richtig, mal deutlich daneben. Trag das Endgewicht deshalb ein, wenn du es ungefähr kennst. Welpen solltest du nie zur freien Verfügung füttern: Zu viel Energie lässt sie schneller wachsen, als ihrem Skelett guttut [3]. Mehr dazu steht im Ratgeber Welpenfutter.

Quellen

  1. Calculating Calories Based on Pet Needs Pet Nutrition Alliance, 2023. Fachgesellschaft, Tab. 1, Faktoren für den Erhaltungsbedarf.
  2. Nutrient Requirements of Dogs and Cats National Research Council, 2006. Fachbuch.
  3. Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs FEDIAF, 2024. Leitlinie, Kap. 7, S. 49 bis 55, Tab. VII-6 bis VII-8b.
  4. Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln Europäisches Parlament und Rat, 2009. Rechtstext, Anhang VII Kapitel II.
  5. Energy Requirements of Adult Dogs: A Meta-Analysis Bermingham EN et al., PLoS ONE, 2014. Übersichtsarbeit.
  6. A new model for evaluating maintenance energy requirements in dogs: allometric equation from 319 pet dogs Divol G, Priymenko N, Journal of Nutritional Science, 2017. Studie.
  7. Effects of diet restriction on life span and age-related changes in dogs Kealy RD et al., Journal of the American Veterinary Medical Association, 2002. Studie.

Wer das schreibt

Luca betreibt NapfScout und schreibt die Ratgeber. Jede Faktenaussage ist mit einer Quelle belegt; wo die Forschung uneins ist, steht die Evidenzstufe dabei. Zahlen aus dem eigenen Bestand werden bei jedem Datenabruf neu berechnet. Wie die Vergleichsnote entsteht, steht in der Methodik.